| Polnische Hure erstochen: Kripo sucht nach "Sandra" und ihrem Freund
Halberstadt, 29.05.2010:
Der Lebensgefährte von Dorotha T., die unter dem Namen "Monica" in einem Haus in der Halberstädter Straße "Am Knatterberg" Sex verkaufte, wurde gestern früh unruhig. Dorotha war nicht nach Hause gekommen.
Der Freund rief beim "Arbeitgeber" der Prostituierten an und dieser wandte sich an den Vermieter des Hauses im Norden der Kreisstadt. Gemeinsam wurde nach "Monica" gesucht. In einer Wohnung in der ersten Etage wurde die 28-Jährige gegen 8.15 Uhr dann blutüberströmt gefunden. Sie war durch mehrere Messerstiche getötet worden.
Der umgehend herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod der Prostituierten feststellen.
Die Bewohnerin der Mordwohnung, gleich neben einem Grabsteingeschäft und dem Friedhof, war verschwunden. -> "Sandra", eine Kollegin der Getöteten und wie -> "Monica" 28 Jahre alt, sowie ihr Freund B. sollen – so der erste Ermittlungsstand – mit einem Taxi den Tatort verlassen haben. Die Kripo war gestern dabei, die Taxifahrer nach dem Pärchen zu befragen.
Schäferhund "Nick" hatte somit auch keine wirkliche Chance, die Spur der beiden Polen aufzunehmen und sie Polizeikommissarin Katja F. zu zeigen. Selbst ob das Basecap, an dem das Tier Witterung aufgenommen hatte, einem der Verschwundenen gehört, konnte nicht mit Sichergeit festgestellt werden.
Bis zum Nachmittag war die Tatortgruppe des Landeskriminalamts und Mordermittler aus Magdeburg vor Ort, um nach Spuren zu suchen.
"Am Knatterberg", mit den Gärten zur angrenzenden Bahnlinie war völlig abgesperrt.
Anwohner der fünf Häuser mit je zwei Etagen zeigten sich überrascht, dass es in der Nummer 4 Bordellwohnungen geben soll. "Davon haben wir nichts mitbekommen", so eine ältere Frau. Auch Schreie oder andere Hinweise, dass es in der Nacht eine Auseinandersetzung in der 1. Etage gegeben hat, will niemand gehört haben.
Für Taxifahrer ist es allerdings kein Geheimnis, was sich hinter den Mauern des Gebäudes abspielt. "Ein beliebtes Ziel für alleinstehende Herren", schmunzelt ein Fahrer selbst über die Doppeldeutigkeit seines Satzes.
Und aus ihrem Job hatten die beiden Frauen selbst kein Geheimnis gemacht. Im Internet auf www.callgirls.de werben sie auf einer sogenannten -> Setcard: "Ich begrüße Dich ganz herzlich. Du findest hier stets die neuesten Informationen über mich."
Die Arbeitsphilosophie der Polinnen: "Klotzen und nicht Protzen. Bei uns kannst Du das erleben, was immer Dein Wunsch ist." Faire Preise, keine Massenabfertigung, lautete das Versprechen.
Gegenwärtig geht die Staatsanwaltschaft von Mord aus. Allerdings hält sich die Anklagebehörde "aus ermittlungstaktischen Gründen" noch sehr zurück. Selbst dass nach "Sandra" und ihrem Freund B. – vorerst als Zeugen – gesucht wird, wurde nicht mitgeteilt.
Gesucht wird zudem noch die Tatwaffe. Das Messer wurde nicht in der Wohnung gefunden. Laut Staatsanwaltschaft ist es zwar wahrscheinlich, jedoch nicht völlig klar, ob der Tod durch die Stichverletzungen eingetreten ist. Die Tote wird obduziert.
Quelle: Bernd Kaufholz (Volksstimme)
Von: Bernd Kaufholz
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